Ausgelesen
WEISSES BUCH
Lesen ist eine selbstverständliche Tätigkeit. Was jedoch geschieht mit den Wörtern, deren Inhalt wir so selbstverständlich ablesen und in uns aufnehmen?
Die Arbeit ausgelesen will auf die Faszination und Philosophie des Leseprozesses aufmerksam machen.
Das weiße Buch enthält die ersten beiden Kaptiel aus Franz Kafkas “Der Prozess”.
Anfangs normal lesbarer Text, beginnen einzelne Buchstaben und schließlich
ganze Wörter zu verschwinden. Sie verschwinden nach Wortgruppen, bis nur der
ausgeschnittene Satzspiegel übrig bleibt.
SCHWARZES BUCH
Das schwarze Buch bildet das Negativ zum weißen Buch. In ihm sind die ausgeschnittenen Wörter gesammelt, jedoch wirr und für sich alleine stehend, ohne Zusammenhang.
Öffnet man das Buch, beginnt eine Stimme vorzulesen.
Der Text besteht aus den ausgeschnittenen Wörtern des ersten Buches. Er klingt abgehakt und macht zunächst keinerlei Sinn.Je weiter er jedoch voranschreitet, je mehr Wörter aus dem ersten Buch ausgelesen wurden, desto mehr ergibt sich beim Zuhören
nach und nach ein Zusammenhang. Schließt man das Buch, verstummt die Stimme.
Keines der beiden Bücher kann für sich alleine stehen, sie sind nur zusammen “lesbar”.
Contact: Stefanie Kolb

